Auf zu neuen Chancen

Praxistipps von Werner Vetter:
7 Tipps, damit Sie international auf Erfolgskurs gehen!

Internationalisierung
 

Neue Absatzmärkte, günstige Produktionsbedingungen oder strategische Expansion: Für mittelständische Unternehmen gibt es viele Gründe, den Blick über den heimischen Tellerrand hinaus zu richten – interessante Chancen ebenso inklusive wie interkulturelle Risiken und Nebenwirkungen. Damit das Abenteuer Ausland nicht in die Krise führt, gilt es, den Prozess der Internationalisierung gezielt zu steuern.

Sieben Fakten über erfolgreiche Internationalisierung:

1. Nichts bleibt, wie es ist!

Wer draußen in der weiten Welt erfolgreich sein will, kann zu Hause nicht einfach weiter machen wie bisher. Internationalisierung bringt zwangsläufig fundamentale Veränderungen für Ihr Unternehmen, und zwar auf allen Ebenen: Führungskultur, Kommunikationskultur, Entscheidungskultur und Unternehmenskultur sind betroffen. Denn es kommen Faktoren dazu, die vorher nicht da waren: größere geografische Entfernungen, die Distanz schaffen; Wachstum, das andere Strukturen braucht; und neue Menschen, die ihre eigenen Arbeitsstile, Gewohnheiten und Denkweisen mitbringen.

2. Einfach laufen lassen? Läuft nicht!
Erfolgreiche Internationalisierung muss strategisch gestaltet und gesteuert werden, und zwar von Anfang an. Erarbeiten Sie frühzeitig eine klare Vorstellung, wie sich Ihr Unternehmen verändern soll, um der neuen, internationalen Ausrichtung gerecht zu werden, und welche Prozesse, welchen strategischen Rahmen und welche Tools es braucht, um diese Veränderungen umzusetzen: gemeinsam mit den Menschen, statt an ihnen vorbei oder gegen sie.

3. Nähe braucht Pflege!
Pflegen Sie die Nähe zu den Menschen – und zwar aktiv und systematisch! Konnte vorher vieles auf dem kleinen Dienstweg beim Schwatz in der Teeküche besprochen werden, muss dieser Austausch jetzt organisiert werden, damit die Kommunikation nicht abreißt: mit regelmäßigen Telefon- und Video-Konferenzen, Meetings, einem gut funktionierenden, interaktiven Intranet – und mit einer reisefreudigen Führungsmannschaft, denn der persönliche Kontakt bleibt auch in Zeiten zunehmender Digitalisierung unersetzlich. Ganz gleich, welche Tools Sie für den Austausch nutzen: Hauptsache, Sie haben auf der Agenda, wie wichtig er ist.

4. Erfolgreiche Entwicklung: nicht ohne gemeinsame Ziele!
Wächst Ihr Unternehmen, besteht die Gefahr, dass es zerfasert. Dann macht irgendwann jeder Standort, was er will. Damit das nicht passiert und sich die Menschen im In- und Ausland einem gemeinsamen Ziel verpflichtet fühlen und entsprechend handeln, müssen sie ein gemeinsames Verständnis des Großen und Ganzen haben. Dieses Verständnis herzustellen und den Führungskräften mitzugeben, damit die es nach unten und nach innen leben und vermitteln können, ist Aufgabe der obersten Managementebene.

5. International führen heißt anders führen!
Über verschiedene Standorte und Länder hinweg wird Führung dynamischer und komplexer. Zum einen, weil die Führungsmannschaft dezentral agieren, aber im Sinne des zentralen Ganzen denken muss. Zum anderen, weil sie mit kulturellen Unterschieden konfrontiert wird. Während in Deutschland Führungskräfte häufig individualistisch denken und handeln, ist etwa die Führungskultur in Frankreich stark hierarchisch geprägt: Ohne Entscheidung auf der obersten Ebene geht hier nichts. Wer international erfolgreich führen will, muss solche Besonderheiten verstehen und die Führungsstrukturen entsprechend anpassen: Wer muss wann worüber informiert werden? Wen muss ich kulturell bedingt häufiger einbinden, damit er das Gefühl hat, im Boot zu sein? Wie wird was von wem entschieden? Diese Fragen müssen neu gestellt und beantwortet werden.

6. Andere Länder, andere Sitten!
Und die verändern Ihre Unternehmenskultur. Es gibt verschiedene Tiefen der Internationalisierung, mit denen Sie auf unterschiedliche Weise umgehen können: Von „wir machen ein bisschen was zusammen“ bis hin zu „wir standardisieren komplett durch über alle Standort und Länder hinweg“ ist alles möglich. Was Sie dabei nicht können ist: kulturelle Unterschiede einfach ignorieren und mit typisch deutscher Sachorientierung Dinge stur umsetzen, denn damit sind Missverständnisse, Reibereien und Rückschläge vorprogrammiert. Ob Sie sich für ein Verschmelzen der unterschiedlichen Unternehmenskulturen entscheiden, für eine Mischkultur, die Unterschiede zulässt, oder für die völlige kulturelle Eigenständigkeit der verschiedenen Unternehmensbereiche, die nur auf der Prozessebene zusammen gehalten werden: Wichtig ist, dass Sie bewusst mit kulturellen Eigenheiten umgehen und daraus gezielt und aktiv gesteuert eine neue, gemeinsame Unternehmenskultur gestalten.

7. Kultur will erlebt werden, damit sie gelebt werden kann!
Damit die neue Unternehmenskultur bei den Menschen im Unternehmen ankommt, müssen Mitarbeiter, Teams und Führungskräfte sie gemeinsam erleben können: zum Beispiel bei standort- und länderübergreifenden Meetings, die für kulturelle Unterschiede sensibilisieren; bei einem weltweiten Treffen aller Qualitätsmanager, um ein gemeinsames Qualitätsverständnis zu erarbeiten; oder bei überregionalen Workshops, Führungskräfte- oder Teamtrainings, die mit der Methode des Erfahrungslernens und durch gemeinsame Erlebnisse interkulturelle Kompetenzen fördern.

Warten Sie also nicht ab, bis es im Zuge der Internationalisierung die ersten Kollateralschäden gibt, sondern stellen Sie von Anfang die Weichen auf Erfolg: Indem Sie den Veränderungen bewusst begegnen und mit Management, Team, Führungskräften und Mitarbeitern auf allen Ebenen klare Strukturen und Kulturelemente verankern. Dann stehen die Chancen für Ihr Unternehmen gut, dass der Weg ins Ausland nicht in die Krise, sondern in eine erfolgreiche Zukunft führt.


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